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SüdamerikaZu Südamerika werden die Länder Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, die Falklandinseln, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Suriname, Uruguay und Venezuela gezählt.

 

Klimatische Bedingungen

Südamerika ist klimatisch sehr unterschiedlich geprägt. Chile wird einerseits im nördlichen Bereich durch den kalten Humboldtstrom beeinflusst, während der mittlere Landesteil ein subtropisches und der Süden Chiles ein eher gemäßigtes Klima hat. Auch an den Hängen der Anden lassen sich die unterschiedlichen Bedingungen sehr gut ablesen: Die Westhänge sind eher trocken und haben einen wüstenähnlichen Charakter, während die beregneten Osthänge mit Laubwäldern bewachsen sind und im südlichen Bereich der Anden Hartlaubgehölze und Dornbüsche vorherrschen. Ein feucht-heißes Tropenklima ist im Amazonasgebiet zu beiden Seiten des Äquators sowie an der im Nordosten gelegenen Küste anzutreffen.

 

Information für Geschäftsreisende

Der berufsgenossenschaftliche Grundsatz G 35 „Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen“ sieht vor, dass bei beruflich motivierten Reisen in tropische und subtropische Regionen vor dem Reiseantritt die Tropentauglichkeit durch einen Arbeitsmediziner festzustellen ist. Auch eine Nachuntersuchung ist vorgeschrieben und hat in der Regel nach 2-3 Jahren stattzufinden. Die vollständige Handlungsanleitung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung wird hier www.unimedizin-mainz.de zur Verfügung gestellt.

 

Ernährung

Da in Südamerika Durchfallerkrankungen zu den häufigen Beschwerden gehören, sind grundlegende hygienische Maßnahmen unbedingt zu empfehlen. Es sollten keine Speisen von Imbissständen verzehrt werden die entlang der Straßen ihre Ware anbieten. Frische Lebensmittel sollten immer gründlich mit abgekochtem Wasser abgewaschen werden. Steht dies nicht zur Verfügung, ist es zu empfehlen, nur Obst und Gemüse zu essen, bei dem vor dem Verzehr die Schale entfernt werden kann oder muss. Auf Rohkostsalate sowie Eiswürfel oder Eiscreme sollte grundsätzlich verzichtet werden. Fleisch und Fisch sollten nur durchgegart verzehrt werden.

 

Infektionen durch Kleintiere

  • Der Erreger der Chagas-Krankheit wird durch Raubwanzen übertragen und tritt vor allem im Landesinneren von Uruguay, in den nördlichen Gebieten von Argentinien und Chile sowie in Zentral-Chile auf. Touristen sollten auf keinen Fall in diesen Gegenden in einfachen Hütten übernachten, da sich hier Raubwanzen besonders gern aufhalten. Gegen die Tiere helfen spezielle Insekten-Schutzmittel und Insektennetze.

  • Malaria ist in Südamerika relativ schwach verbreitet. Das Infektionsrisiko steigt zwischen Oktober und Mai leicht an und ist auf die Gebiete im äußeren Norden von Argentinien,  die ländlichen Gebiete im Süden und Nordosten Venezuelas, die Provinzen Salta und Jujuy in Bolivien und Missiones und Corrientes in Paraguay, in Peru auf Gebiete von weniger als 2.000 Metern Höhe, auf Gegenden in weniger als 1.600 Metern Höhe in Kolumbien, Guyana, auf Französisch-Guayana besonders an den Grenzen zu Suriname und Brasilien, Ecuador unter 1.500 Metern Höhe, Brasilien, Bolivien, Argentinien in Gebieten unter 1.200 Metern Höhe sowie Suriname beschränkt. In keinem Land Südamerikas ist vollständig von einem Malariarisiko auszugehen, in allen sind immer nur einzelne Gebiete unterschiedlich stark betroffen. Es empfiehlt sich die übliche Mückenprophylaxe in Form von Mückennetzen, Anti-Mückenmitteln und langer Kleidung. Die Dämmerung sollte in klimatisierten Räumen verbracht werden.

  • Sandmücken übertragen in den nordöstlichen Gegenden Argentiniens Parasiten, die zu Leishmaniose führen können. Auch hier kann nur ein konsequenter Mückenschutz empfohlen werden.

  • Dengue-Fieber ist eine in Südamerika weit verbreitete Virus-Erkrankung. Brasilien ist besonders davon betroffen, viele Fälle sind in letzter Zeit jedoch auch in Bolivien gemeldet worden. Immer wieder tritt auch in Kolumbien und Peru Dengue-Fieber auf. Die durch Mücken übertragene Erkrankung kann Blutungen und Blutgerinnungsstörungen hervorrufen, die bis zum Tod des Erkrankten führen. Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Die medizinische Behandlung beschränkt sich in der Regel auf die Schmerz- und Fiebersenkung.

 

Weitere Gesundheitsrisiken

  • Alle Lebensmittel sollten so verpackt sein, dass Ratten und Mäuse nicht mit ihnen in Kontakt kommen können. So kann einer Ansteckung mit verschiedenen Viren vermieden werden, die ein hämorrhagisches Fieber auslösen.

  • Menschen, die Kontakt zu erkrankten Nutztieren haben, können sich eventuell über deren Urin mit Leptospirose anstecken. Die Erkrankung macht sich mit Fieber, Muskel schmerzen, Schädigungen von Niere und Leber, Herz Kreislaufstörungen, innere Blutungen sowie Entzündungen der Blutgefäße bemerkbar. Im ersten Krankheitsstadium kann zur Therapie Penicillin eingesetzt werden, in der zweiten Phase erfolgt nur eine symptomatische Behandlung.

  • In größeren Abständen werden Tollwut-Erkrankungen bekannt, die in Südamerika vorwiegend durch den Biss von Fledermäusen übertragen werden.

  • In ganz Südamerika sind HIV-Infektionen sehr weit verbreitet. Sollte es zu sexuellen Kontakten kommen, wird die Benutzung von Kondomen dringend empfohlen. Auch die Versorgung mit Blutkonserven ist riskant und nur in absolut lebensbedrohlichen Ausnahmefällen anzuraten. Da auch in Krankenhäusern Hygienevorschriften nicht immer strikt angewendet werden, kann es dort auch zu Behandlungen mit verunreinigten Kanülen und Spritzen kommen.

 

Impfungen und Prophylaxe

1. Verpflichtende Impfungen

  • Bolivien, Französisch Guayana
    Für Reisende, die mindestens ein Jahr alt sind, muss bei der Einreise ein Impfschutz gegen Gelbfieber nachgewiesen werden.

  • Ecuador, Guyana
    Gelbfieberimpfungen sind vorgeschrieben, sofern die Einreise über ein Gelbfieber-Endemieland erfolgte. Auch außerhalb der jeweils geltenden Vorschriften kann vereinzelt der Nachweis eines Impfschutzes verlangt werden, insbesondere wenn die Einreise nicht über einen internationalen Flughafen erfolgte.

  • Weitere Informationen zu Gelbfieberinfektionen können unter gelbfieberimpfstelle.html abgerufen werden.
    Eine Übersicht über die Vorgaben hinsichtlich der Gelbfieber-Impfung ist im Internet abrufbar: www.who.int

 

2. Empfohlene Impfungen

  • Tetanus/Diphtherie/Pertussis
  • Polio (Grundimmunisierung)
  • Masern (Grundimmunisierung)
  • Hepatitis A + B
  • ggf. Typhus (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Falklandinseln, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Suriname, Uruguay, Venezuela)
  • ggf. Gelbfieber (Argentinien in Grenznähe zu Uruguay und Brasilien, einige Landesteile von Brasilien und Ecuador, im Landesinneren von Kolumbien, Paraguay, südliches Venezuela)
  • Grippe (Personen, die älter als 60 Jahre sind)
  • Pneumokokken (Personen, die älter als 60 Jahre sind)

 

Einreisebestimmungen

Nur bei langen Aufenthalten verlangen die Länder von Einreisenden ein Gesundheitszeugnis oder einen aktuellen HIV-Test.