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GelbfieberGelbfieber ist eine Viruserkrankung und wird tagsüber, jedoch vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung, durch weibliche Stechmücken übertragen. Die Mücken nehmen nach einem Stich das Blut eines infizierten Menschen auf und geben das Gelbfiebervirus mit einem weiteren Stich über die Speicheldrüsen an den nächsten Wirt weiter. Die Übertragung kann noch in Höhenlagen bis zu 2.500 m erfolgen. Die Wirte des Virus‘ sind einige Stechmückenarten und Primaten. Gelbfieber ist vermutlich in Afrika entstanden und hat sich durch Sklavenhandel sowie den Waren- und Personenverkehr zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent seit dem 16. Jahrhundert in Südamerika ausgebreitet. Die Krankheit kann nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, in sehr seltenen Ausnahmefällen wurde sie durch Blutspenden übertragen. Der Übertragungsweg des Gelbfiebers durch Mücken konnte erst 1961 nach der US-amerikanischen Invasion in Kuba nachgewiesen werden, als die Zahl der Toten durch Gelbfieber 13 Mal so hoch war wie die der durch die militärischen Auseinandersetzungen ums Leben gekommenen Menschen.

 

Wo tritt Gelbfieber auf?

Der Schwerpunkt liegt in Gebieten in der Nähe des Äquators in Afrika und Südamerika.
Das Verbreitungsgebiet kann für Afrika etwa auf 15° nördlicher bis 18° südlicher Breite eingegrenzt werden. Für Südamerika gilt die Region von 20° nördlicher bis zu ca. 40° südlicher Breite als Verbreitungsgebiet. Ungefähr 200.000 Menschen erkranken jährlich an Gelbfieber, innerhalb der Verbreitungsgebiete endet die Erkrankung für etwa 30.000 Patienten im selben Zeitraum tödlich.

 

Woran kann Gelbfieber erkannt werden (Symptome)?

Am auffälligsten ist auch für einen medizinischen Laien die Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut, die der Erkrankung auch ihren Namen gegeben hat. Diese Gelbfärbung geht auf eine Leberschädigung zurück und tritt in Kombination mit hohem Fieber auf. Die größte Gefahr geht von dem Risiko aus, dass es zu äußeren und inneren Blutungen kommt.

Wie verläuft die Krankheit?

Eine Gelbfiebererkrankung verläuft nicht einheitlich: Kinder, die in Risikogebieten aufwachsen, durchleben oft einen sehr leichten Krankheitsverlauf. Mit einem schweren Verlauf müssen Menschen rechnen, die aus einem gelbfieberfreien Gebiet kommen und nicht geimpft sind. Bei ihnen sind in der Regel diese beiden Erkrankungsphasen zu beobachten:

  • 1. Phase
    Nach einer Inkubationszeit von 3-6 Tagen bekommen die erkrankten Patienten plötzlich einsetzende Kopf-, Rücken-, Muskel- und Gliederschmerzen und zeitgleich sehr hohes Fieber von bis zu 40 °C. Daneben können Nasenbluten, Übelkeit und Erbrechen sowie eine Bindehautentzündung auftreten. Außerdem verlangsamt sich der Herzschlag der Patienten. Bei den meisten an Gelbfieber Erkrankten geht das Fieber nach 3-4 Tagen zurück und die Genesung schreitet voran.

  • 2. Phase
    Ca. 15 % der am Gelbfieber infizierten Patienten treten in eine zweite Phase ein, die auch als „toxische Phase“ bezeichnet wird. Der Herzschlag verlangsamt sich weiter, das Fieber steigt wieder und Organe werden geschädigt. Weitere Komplikationen sind Bauchschmerzen und Blutungen aus Darm, Nase, Mund oder Augen sowie in der Haut. Es kann zu einer Nierenentzündung kommen, die im schlimmsten Fall mit einem Totalausfall des Organs endet. Bei manchen Patienten greift das Gelbfieber auch das zentrale Nervensystem an. Dies äußert sich in Bewegungs- oder Sprachstörungen, gestörten Augenbewegungen, Krämpfen oder auch Zittern. Am Ende dieser oft mehrwöchigen Phase verstirbt etwa die Hälfte der Patienten.

Die Sterberate von Gelbfieberpatienten liegt bei 10-20 %. Menschen, die die Krankheit durchlebt haben und genesen sind, sind durch die verbleibenden Antikörper vor einer erneuten Erkrankung geschützt.

Wie wird Gelbfieber diagnostiziert?

Etwa 2-5 Tage nach dem Ausbruch der Krankheit kann das Virus mithilfe einer Blutprobe nachgewiesen werden. Hierfür wird meistens die Methode PCR (Polymerase-Kettenreaktion) angewendet, bei der die DNA vervielfältigt wird. Mittels PCR kann das Gelbfiebervirus sehr schnell und genau festgestellt werden.
Eine Diagnose ist auch möglich, indem im Blut des Patienten Gelbfieber-Antikörper nachgewiesen werden. Dieses Verfahren gilt jedoch als weniger sicher, weil das Gelbfiebervirus Ähnlichkeit mit anderen Viren hat und ein Test ein positives Ergebnis anzeigen kann, obwohl sich der Patient nicht mit Gelbfieber infiziert hat. Daher ist diese Methode nur im Zusammenhang mit zusätzlichen Befunden anwendbar.
Ein Arzt kann auch durch andere Auffälligkeiten auf eine Gelbfieberinfektion hingewiesen werden. Wenn Laborbefunde z. B. eine reduzierte Zahl an Blutplättchen oder Eiweißausscheidungen im Urin ergeben, können dies erste Hinweise auf eine Erkrankung sein.

Wie wird Gelbfieber behandelt?

Ist die Erkrankung erst einmal aufgetreten, kann sie nicht mit einer speziellen Therapie behandelt werden. Ein Arzt kann sich daher nur um die Linderung der Symptome kümmern und einem Patienten Medikamente gegen Schmerzen und Fieber verabreichen (z. B. Paracetamol, Ibuprofen). Gelbfieberpatienten werden außerdem überwacht, um zu verhindern, dass sie von einer Mücke gestochen werden, die anschließend das Gelbfiebervirus auf weitere Menschen übertragen könnte.

 

Wie kann man sich vor Gelbfieber schützen?

Für Reisende in Gelbfiebergebieten ist eine Impfung (siehe unten) dringend zu empfehlen, wenn nicht sogar vorgeschrieben. Grundsätzlich sollte jedoch verhindert werden, von einer Mücke gestochen zu werden. Hierfür sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Im Freien sollten Arme und Beine bedeckt sein. Zusätzlich ist es zu empfehlen, die Kleidungsstücke mit einem Insektizid zu besprühen.
  • Für unbedeckte Körperbereiche sollte ein wirksames Mückenschutzmittel eingesetzt werden.
        Zu empfehlen sind hier Präparate, die DEET, Picaridin, p-Menthan 3,8-Diol oder IR 3535 enthalten.
  • Auch die Wohnräume sollten mit Insektiziden eingesprüht werden.
  • Das Schlafen unter einem Moskitonetz ist unbedingt zu empfehlen.
  • Reisende sollten sich überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten.

 

Ist eine Impfung gegen Gelbfieber sinnvoll?

Wenn Europäer in ein Land reisen, in dem die Gefahr besteht, sich mit Gelbfieber zu infizieren, ist eine Impfung grundsätzlich empfehlenswert. Wie bereits oben beschrieben, besteht für Reisende, die aus nicht vom Gelbfieber betroffenen Staaten kommen, die größte Gefahr, daran schwer zu erkranken oder gar zu versterben. Einzelne Staaten schreiben zwingend eine Gelbfieberimpfung für Reisende aus allen Herkunftsländern vor. Das trifft beispielsweise auf Angola, Benin oder die Elfenbeinküste zu.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Liste veröffentlicht, aus der nicht nur diejenigen Staaten hervorgehen, für die eine Empfehlung gilt; sie beinhaltet auch eine Aufstellung der Länder, die entweder von Reisenden aus gelbfiebergefährdeten Staaten oder allen Herkunftsländern eine vorherige Impfung verlangen. Diese Liste wird unter der Adresse http://www.who.int/ zur Verfügung gestellt.
Die Impfung eignet sich bereits für Kinder ab dem 6. Lebensmonat. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Gelbfieberviren, die keine Erkrankung verursachen können. Die Wirkung beginnt 10 Tage nach der Impfung, der Impfschutz ist für 10 Jahre gewährleistet.
Nach der Impfung können Reaktionen wie beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, Abgeschlagenheit oder eine Erhöhung der Körpertemperatur auftreten. Auch leichte Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Rötungen oder Schwellungen) oder Kopfschmerzen sind möglich. Die Nebenwirkungen ähneln also denen einer Grippeimpfung.
Wenn weitere Impfungen gegen andere Erkrankungen durchgeführt werden sollen, müssen eventuell bestimmte Zeitabstände eingehalten werden. Dies sollte mit dem behandelnden Arzt (siehe unten) vorab besprochen werden.

Wann sollte nicht gegen Gelbfieber geimpft werden?

Menschen, die auf Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Gelbfieberimpfstoffs allergisch reagieren, sollten auf die Impfung verzichten. Schwangere, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Personen, die älter als 60 Jahre sind, sollten sich vor der Impfung bei einem Tropenmediziner Rat holen. Bei einer Reihe von Erkrankungen wird in der Regel davon abgeraten, sich gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Dazu gehören Erkrankungen oder die Entfernung der Thymusdrüse, Erkrankungen des Nervensystems, chronische oder akute Infektionen, schwere Lebererkrankungen, Erkrankungen des Immunsystems wie beispielsweise eine HIV-Infektion oder eine Behandlung mit Immunsuppressiva (Medikamente, die die Funktionen des Immunsystems herabsetzen), die z. B. nach Organtransplantationen verabreicht werden. Auch Menschen, die aktuell mit einer Strahlen- oder Chemotherapie behandelt werden, können nicht gegen Gelbfieber geimpft werden.
Diese Personen müssen bei der Einreise in eines der Länder, die einen Nachweis für eine Gelbfieberimpfung verlangen, eine Ausnahmegenehmigung in englischer oder französischer Sprache in den internationalen Impfpass eintragen lassen. Diese Ausnahmegenehmigung garantiert jedoch nicht, dass die betreffenden Personen einreisen dürfen.

 

Wer führt Gelbfieberimpfungen durch?

Nur autorisierte Ärzte der Gelbfieberimpfstellen dürfen eine Gelbfieberimpfung vornehmen und sie amtlich beglaubigen.

Gelbfieberimpfstelle in Dessau

Dr. med. Kathrin Bochnia
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Hausmannstr. 3 a
06844 Dessau-Roßlau

Telefon: 0340 57 11 777

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) hat im Internet unter der Adresse http://www.crm.de/ eine Auflistung der Gelbfieberimpfstellen und tropenmedizinischen Institutionen in ganz Deutschland veröffentlicht, die ständig aktualisiert wird. Weitere Impfstellen gegen  Gelbfieber können beim örtlichen Gesundheitsamt, der jeweiligen Landesärztekammer oder den niedergelassenen Ärzten erfragt werden.

Wer übernimmt die Kosten für eine Gelbfieberimpfung?

Zahlreiche gesetzliche und private Krankenkassen haben die Gelbfieberimpfung in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Eine Übersicht hat das CRM hier bereitgestellt: http://www.crm.de
Wer die Impfung selbst zahlen muss, sollte mit Kosten zwischen 60 und 80 EUR rechnen.