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1. Reisen in die Antarktis

Klimatische Bedingungen

Reise Antartkis

In der Antarktis können im Winter Temperaturen von bis zu -90° C erreicht werden, im Sommer steigen sie auf etwa -30° C an. An diesen weltweit windigsten und trockensten Ort kommen die meisten Besucher mit Kreuzfahrtschiffen. Ihr Aufenthalt beschränkt sich auf wenige Stunden. Für einen Besuch wird die Zeit zwischen Oktober bis Februar empfohlen. Die nachfolgenden Empfehlungen richten sich an Personen wie z. B. Wissenschaftler, die sich über einen längeren Zeitraum in der Antarktis aufhalten wollen.

Verhaltensmaßregeln

Besucher, die sich nicht in der Antarktis auskennen, sollten nicht ohne einen erfahrenen Führer unterwegs sein und sich immer strikt an dessen Anweisungen halten: Die häufigsten Gefahren für unkundige Besucher sind sich zu verirren oder in eine der Gletscherspalten zu fallen. Durch mangelhafte Ausrüstung kann es zu Erfrierungen, Sonnenbrand und zur Schneeblindheit kommen. Sowohl die durchgängig sehr tiefen Temperaturen in Kombination mit dem Wind sowie die starke Sonnenreflektion auf der Schneedecke sollten nie unterschätzt werden. In der Einsamkeit der Antarktis sollten sich nur psychisch sehr stabile Menschen aufhalten, da anderenfalls die Möglichkeit besteht, eine psychische Ausnahmesituation (Koller) zu erleiden.

Impfungen

Es besteht keine Impfpflicht. Empfohlene Impfungen sind gegen:

  • Hepatitis A und B
  • Polio
  • Diphtherie
  • Tetanus

Einreisebestimmungen

Da sich das Gebiet nicht einem konkreten Staat zuordnen lässt, gibt es keine speziellen Einreisebestimmungen. Es gelten die Bestimmungen desjenigen Landes, über das eingereist wird. Die Antarktis gilt als sehr sensibles Ökosystem. Darauf wird Rücksicht genommen, indem keine organischen Stoffe dorthin gelangen dürfen. Das gilt insbesondere für Samen und Pollen. Vor dem Verlassen des Schiffes werden alle Passagiere kontaminiert.

 


2. Reisen in die Arktis

Klimatische Bedingungen

Reise Arktis

Die in der Antarktis üblichen kalten Fallwinde kommen im Bereich der Arktis nur in Grönland (s. Nordamerika) vor. Der arktische Winter ist lang, fast völlig dunkel, kalt und sehr trocken. Der Frühling und der Herbst sind sehr kurz. Während des Sommers scheint die Sonne zwar nahezu ununterbrochen, ihre wärmende Wirkung wird jedoch durch den flachen Einfallswinkel ihrer Strahlen und den sehr häufigen Nebel abgeschwächt. Die durchschnittliche Tagestemperatur liegt im Sommer bei 0° C, im Winter werden -35° C erreicht. Im südlichen Bereich der Arktis ist es etwas wärmer, sodass die Temperatur im Juli auf bis zu 10° C ansteigen kann.

Verhaltensmaßregeln

Wie in der Antarktis müssen sich Besucher auch in der Arktis gegen Erfrierungen, Schneeblindheit, Sonnenbrand und Windverbrennungen schützen.
Während des arktischen Sommers besteht in manchen südlichen Gebieten die Gefahr, von Zecken mit Borreliose infiziert zu werden. Um sich vor den Tieren zu schützen, sollten möglichst körperbedeckende Kleidung getragen und ein mückenabwehrendes Mittel (Repellent) verwendet werden. Bei einem Ausbruch der Krankheit ist eine unmittelbar begonnene Behandlung mit Antibiotika am erfolgreichsten. Außerdem ist beim Verzehr von Bären- und Robbenfleisch Vorsicht geboten: Es kann Fadenwürmer (Trichinen) enthalten, die Bauchschmerzen, Erbrechen, Schwindel und Durchfall auslösen können. Im weiteren Krankheitsverlauf kommen Ödeme im Gesicht, Schwäche und Fieber hinzu. Das zum Verzehr bestimmte Fleisch muss deshalb vollständig durchgegart werden, um die Trichinen abzutöten, es zu räuchern reicht nicht aus.
Auch die weiteren Gefahren ähneln denen in der Antarktis: Personen ohne Ortskenntnisse können sich sehr leicht verirren, durch das Eis brechen oder in Gletscherspalten fallen. Auch mit einer Gefährdung durch Naturphänomene wie Vulkanausbrüche und Tsunamis muss grundsätzlich immer gerechnet werden. Allgegenwärtig ist die Gefährdung durch halbwüchsige Eisbären oder Muttertiere, die mit jungen Eisbären unterwegs sind.

Impfungen

Da es sich bei der Arktis nicht um einen Staat handelt, gelten die Impfvorgaben derjenigen Länder, die dort territoriale Ansprüche erhoben haben oder deren Staatsgebiet sich auf arktisches Gebiet erstreckt (USA, Russland, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland).

Einreisebestimmungen

Die Einreisebestimmungen richten sich je nach arktischer Region nach den Vorgaben der unter „Impfungen“ aufgeführten Staaten.