Header-Reisemedizin

Reisen ZentralafrikaZentralafrika besteht aus den Ländern Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Sao Tomé und Principe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik.

 

Klimatische Bedingungen

Die Region Zentralafrika hat kein einheitliches Klima. In Äquatornähe gibt es keine Regenzeit, hier regnet es in allen Jahreszeiten relativ gleichmäßig. Entsprechend üppig ist dort der immergrüne tropische Regenwald. Südlich und nördlich des Äquators befinden sich Zonen mit jeweils zwei Regenzeiten sowie einer kurzen Sommer- und einer längeren Wintertrockenzeit. Am Tropenrand gibt es dann nur noch eine längere Regenzeit im Sommer. Je größer der Abstand vom Äquator wird, desto geringer sind die jährlichen Niederschlagsmengen. Die nördliche Grenze Zentralafrikas bildet die Sahara, die südliche wird durch die Wüsten Kalahari und Namib begrenzt. In diesen Trockengebieten gibt es nur sehr selten Regenfälle. Am heißesten und trockensten ist es in der westlichen und zentralen Sahara sowie am Roten Meer.

 

Information für Geschäftsreisende

Der berufsgenossenschaftliche Grundsatz G 35 „Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen“ sieht vor, dass bei beruflich motivierten Reisen in tropische und subtropische Regionen vor dem Reiseantritt die Tropentauglichkeit durch einen Arbeitsmediziner festzustellen ist. Auch eine Nachuntersuchung ist vorgeschrieben und hat in der Regel nach 2-3 Jahren stattzufinden. Die vollständige Handlungsanleitung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung wird hier www.unimedizin-mainz.de zur Verfügung gestellt.

 

Ernährung

Es gilt für Nahrungsmittel die oft zitierte Grundregel „Peel it, cook it or leave it“, also „Schäl es, koch es oder lass es“. Reisende sollten möglichst keine Speisen verzehren, die an Imbissständen auf der Straße angeboten werden. Frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Salat sollten immer gründlich mit abgekochtem Wasser gereinigt werden. Sofern kein abgekochtes Wasser vorhanden ist, sollte nur auf frische Lebensmittel zurückgegriffen werden, die vor dem Verzehr geschält werden. Auch bei Wasser ist grundsätzlich Vorsicht geboten: Nicht abgekocht sollte es nie getrunken werden, auch Eiswürfel (z. B. in Erfrischungsgetränken) sollten abgelehnt werden. Für die Wasseraufbereitung auf Reisen sind Entgiftungstabletten und Mikrofilter zu empfehlen. Mit diesen Vorsichts- sowie einfachen Hygienemaßnahmen (z. B. häufigem Händewaschen) lässt sich das Risiko, Durchfallerkrankungen, Hepatitis (besonders A und E) sowie durch Parasiten ausgelösten Erkrankungen zu erleiden, deutlich senken.

 

Infektionen durch Insekten

  • Das Risiko, durch den Stich der Anopheles-Mücken an Malaria zu erkranken, besteht ganzjährig in allen Ländern. Schutz bieten Kleidungsstücke, die Arme und Beine bedecken, Mückenschutzmittel, Moskitonetze sowie eine medikamentöse Vorbeugung oder ein Malariapräparat, dass nur dann eingesetzt wird, wenn auf Malaria hinweisende Symptome auftreten und keine ärztliche Hilfe erreichbar ist. Diese sogenannten „Stand-by- Präparate“ müssen von einem Arzt vor Reiseantritt verschrieben werden.

  • Für die Infektion mit Leishmaniose sind Sandmücken verantwortlich. Ihr kann nur durch die Anwendung eines konsequenten Mückenschutzes (siehe Malaria) vorgebeugt werden. Je nach Typ trägt die Inkubationszeit zwischen 10 Tagen zwei Jahren. Bei der Therapie werden die Schwerpunkte auf die Eliminierung der Erreger sowie den Aufbau und die Stärkung der Funktion von Immunzellen gelegt.

  • Filariose wird durch eine Infektion mit Fadenwürmern ausgelöst. Durch Mücken werden die Fadenwürmer (Filarien) auf den Menschen übertragen. In den Lymphgefäßen und im Bindegewebe mehrerer Organe häufen sich Fadenwürmer und können dort unterschiedliche Krankheiten verursachen. Die durch Filariose ausgelösten Erkrankungen kommen in ganz Zentralafrika vor und haben zum Teil schwere Folgen bis hin zur Erblindung. Für eine zeitlich sehr begrenze Vorbeugung sowie zur Therapie werden Medikamente gegen Wurminfektionen eingesetzt.

  • Im Norden von Angola, entlang des Kongo, in der Serengeti, in manchen Gegenden Sambias sowie landesweit in Burkina Faso, Guinea, Kamerun, Liberia, Malawi, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Togo, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik  tritt die von Tsetsefliegen übertragene Schlafkrankheit auf. Auch in den weiteren Ländern Zentralafrikas gibt es immer wieder sporadisch Erkrankungen. Da Tsetsefliegen auch dünnen Stoff durchdringen können, sollten Reisende in diesen Gebieten nur dicke Kleidung tragen, die Arme und Beine vollständig bedeckt. Die Krankheit hat ihren Namen erhalten, weil die Patienten im Laufe des letzten Krankheitsstadiums in einen Dämmerzustand verfallen, der sich über Monate oder Jahre hinziehen kann. Die beste Vorbeugung ist ein konsequenter Schutz vor den Stichen der Tsetsefliege (s. Malaria).

  • Die Pest trat zuletzt in der Demokratischen Republik Kongo, im Süden Kenias, Malawi, Madagaskar, in den Provinzen Zambezia und Tete in Mosambik sowie in vereinzelten Regionen der Länder Sambia, Simbabwe, der Vereinigten Republik Tansania und Uganda auf. Durch sie sind vor allem Rucksacktouristen gefährdet. Mit 2.000 Erkrankten pro Jahr gibt es in Madagaskar die weltweit meisten Pestfälle. . Mit Schutzimpfungen, die für eine Immunität von 3-6 Monaten sorgen, kann der Beulenpest vorgebeugt werden. Außerdem ist der Schutz vor den die Erkrankung verbreitenden Flöhen mittels Insektiziden angeraten.

  • In ganz Zentralafrika tritt das endemische Rückfallfieber auf. Es wird durch Borrelien ausgelöst, die durch Zecken übertragen werden und äußert sich in immer wieder auftretenden Fieberschüben. Reisende sollten sich wenn möglich nur in hygienisch einwandfreien Unterkünften aufhalten und in naturnahen Gebieten geschlossene Bekleidung bevorzugen. Lässt sich bereits absehen, dass ein Kontakt mit Zecken kaum zu vermeiden ist, können vorsorglich Antibiotika (Tetracycline) gegeben werden. In diesem Fall sollte jedoch eine stärkere Sonnenbestrahlung vermieden werden, da Tetracycline unter der Einwirkung von Sonnenlicht auf der Haut eine vergiftende Wirkung entfalten (Phototoxie).

  • Auch das durch Mücken übertragene Gelbfieber kommt überall in Zentralafrika mehr oder weniger gehäuft vor. Das Gleiche gilt für das Dengue-Fieber, für dessen Übertragung ebenfalls Mücken verantwortlich sind und dessen Folge lebensgefährliche Blutungen und Blutgerinnungsstörungen sein können.

  • Das Chikungunya-Virus wird durch Stechmücken übertragen und löst nach einer Inkubationszeit von 2-4 oder in seltenen Fällen 12 Tagen ähnliche Symptome wie das Dengue-Fieber aus. Zur Vorbeugung eignet sich ein konsequenter Mückenschutz, eine Impfung ist nicht verfügbar. Die Krankheit trat zuletzt 2006 vermehrt auf Mauritius auf. Der Name geht auf die gekrümmte Schonhaltung zurück, die die Patienten wegen der starken Schmerzen einnehmen: Chikungunya heißt in etwa „sich zusammenkrümmen“.

  • Die Japanische Enzephalitis wird ebenfalls von Mücken übertragen und führt zu einer Hirnerkrankung. Die Erkrankung tritt regelmäßig in Äquatorialguinea auf und geht dann mit einer hohen Sterblichkeit einher. Eine Schutzimpfung ist verfügbar.

  • Bilharziose (Schistosomiasis) wird durch Egel übertragen, die sich im Süßwasser aufhalten und in die menschliche Haut eindringen, sobald ein Kontakt zu ihr hergestellt worden ist. Die Erkrankung kann sich in Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Hautveränderungen oder Schädigungen von inneren Organen (Leber, Lunge, Herz, Gehirn) äußern. Auch Störungen der Harnblasenfunktion sind möglich. Bilharziose kommt in der gesamten zentralafrikanischen Region vor, sodass vor dem Baden in Flüssen und Seen gewarnt wird. Die Behandlung erfolgt durch ein spezielles Wurmmittel (Praziquantel).

 

Weitere Gesundheitsrisiken

  • In Zentralafrika infizieren sich weltweit die meisten Menschen mit dem HI-Virus. Die WHO geht derzeit davon aus, dass südlich der Sahara 25 Millionen Menschen leben, die sich eine HIV-Infektion zugezogen haben. Sollte es zu sexuellen Kontakten kommen, wird die Benutzung von Kondomen dringend empfohlen.
    Auch die Versorgung mit Blutkonserven ist riskant und nur in absolut lebensbedrohlichen Ausnahmefällen anzuraten. Da auch in Krankenhäusern Hygienevorschriften nicht immer strikt angewendet werden, kann es dort auch zu Behandlungen mit verunreinigten Kanülen und Spritzen kommen.

  • Die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea sind desöfteren von einer Ebola-Epidemie betroffen. Genau wie das Marburg-Virus ruft das Ebola-Virus virale hämorrhagische Fieber hervor.

  • Vor dem Lassa-Virus können sich Menschen schützen, indem sie darauf achten, dass Trinkwasser und Lebensmittel vor Mäusen und Ratten geschützt sind. Der Erreger wird über deren Urin übertragen.

  • In den ländlichen Gegenden besteht grundsätzlich die Gefahr durch eine Ansteckung mit Tollwut. Von streunenden Katzen und Hunden und zahm wirkenden Wildtieren sollte Abstand gehalten werden.

 

Impfungen und Prophylaxe

1. Verpflichtende Impfungen

  • Der Nachweis des Impfschutzes gegen Gelbfieber muss erbracht werden in:
    Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Mali, Niger, Ruanda, Sao Tomé und Principe, Sambia, Sudan, Togo, Uganda, Zentralafrikanische Republik

  • In diesen Ländern muss bei der Einreise der Impfschutz gegen Gelbfieber nur dann nachgewiesen werden, wenn die Einreise von Gelbfieber-Infektionsgebieten aus erfolgt
    Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Nigeria, Senegal, die Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Vereinigte Republik Tansania
  • Bei der Einreise nach Nigeria aus einem anderen afrikanischen Land muss ein Impfschutz gegen Meningokokken-Meningitis nachgewiesen werden.

  • In manchen Fällen wird ein Cholera-Impfschutz verlangt, wenn in diese Länder eingereist wird
    Äquatorialguinea, Benin, Gabun, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Nigeria, Vereinigte Republik Tansania, Zentralafrikanische Republik

Dieser Link enthält die Auflistung aller Staaten, die immer oder mit Einschränkungen bei der Einreise den Nachweis einer Gelbfieber-Immunisierung verlangen: www.who.int

 

2. Empfohlene Impfungen

Diese Impfungen sind aus medizinischer Sicht sinnvoll, aber nicht vorgeschrieben:

  • Tetanus / Diphtherie / Pertussis
  • Polio (Grundimmunisierung)
  • Masern (Grundimmunisierung)
  • Hepatitis A und B
  • Typhus
  • Gelbfieber (sofern nicht von vornherein vorgeschrieben)
  • Tollwut (außer Kap Verde, Komoren, Seychellen)
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria ist grundsätzlich in allen Ländern mit Ausnahme von Kap Verdes und der Seychellen sehr zu empfehlen. Sie sollte jedoch nur nach vorheriger Absprache mit einem zuständigen Mediziner oder einem Tropeninstitut durchgeführt werden.


Das muss außerdem in Zentralafrika beachtet werden

Skorpione und Schlangen greifen Menschen an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um sich davor zu schützen, sollten diese Vorsichtsmaßnahmen immer eingehalten werden:

  • nie auf dem Boden schlafen
  • Schuhe vor dem Anziehen ausschütteln
  • Bettdecke oder Schlafsack vor dem Schlafengehen ebenfalls ausschütteln
  • sich in der freien Natur nur mit knöchelhohen Schuhen aufhalten
  • nicht Bäume besteigen oder in Buschwerk eindringen
  • in der Dunkelheit nur mit einer Taschenlampe unterwegs sein

Wegen der starken Sonneneinstrahlung sollte durchgehend für einen sehr guten Sonnenschutz gesorgt werden. Um zu große Belastungen für Herz und Kreislauf wegen der großen  Hitze zu vermeiden, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig.

 

Einreisebestimmungen

  • Nur bei langen Aufenthalten verlangen die Länder von Einreisenden ein Gesundheitszeugnis oder einen aktuellen HIV-Test.
  • In Gambia gibt es geraumer Zeit Probleme mit der Medikamentenversorgung. Deshalb sollten wichtige Medikamente mitgeführt werden, für die die Zollvorschriften des Landes eingehalten werden müssen. Für alle medizinisch notwendigen Medikamente sollte ein ärztliches Attest in englischer Sprache vorgelegt werden können.